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Die Rolle der Gemeinnützigkeit in Österreichischen Stiftungen

Schneider, Hanna and Millner, Reinhard and Meyer, Michael (2010) Die Rolle der Gemeinnützigkeit in Österreichischen Stiftungen. Working Papers / Institute for Nonprofit Management, 2010/1. WU Vienna University of Economics and Business, Vienna.

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Abstract

Der vorliegende Bericht stellt das Ergebnis einer 2009 durchgeführten Datenanalyse und mehrstufigen Befragung zum Thema "Stiftungen und Gemeinnützigkeit" vor. Ziel ist es, einen Überblick über die Bedeutung der Gemeinnützigkeit in österreichischen Stiftungen zu geben. Von besonderem Interesse sind dabei quantitative Befunde (Schätzungen) über die Relevanz gemeinnütziger Aktivitäten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Darstellung von Faktoren, die das gemeinnützige Engagement hemmen, sowie die Identifizierung von möglichen zukünftigen Entwicklungen. An dieser Stelle werden die zentralen Ergebnisse der Befragung in aller Kürze zusammengefasst. 1) Von den mehr als 3000 Privatstiftungen sind nur etwa 200 gemeinnützig. Hinzu kommen etwa 220 Bundes- und 240 Landesstiftungen, und eine Reihe an Privatstiftungen, die einen Teil der Erträge für gemeinnützige Zwecke vorsehen. Zusätzlich halten sich etwa die Hälfte aller Privatstiftungen die Möglichkeit offen (durch einen Passus in der Stiftungszusatzurkunde), sich künftig gemeinnützig zu betätigen. 2) Während in den letzten 15 Jahren kaum neue Bundes- und Landesstiftungen gegründet wurden, gab es einen langsamen aber kontinuierlichen Anstieg an gemeinnützigen Privatstiftungen. Dies wird vor allem auf rechtliche Grundlagen zurückgeführt, die bei Privatstiftungen eine wesentlich autonomere Gestaltung zulassen. 3) Die existierenden gemeinnützigen Stiftungen fördern vor allem Tätigkeiten in den Bereichen Bildung, soziale Dienstleistungen sowie Kultur. Während Bundes- und Landesstiftungen besonders stark im Bildungsbereich sowie im Bereich der sozialen Dienstleistungen tätig sind, kommt bei Privatstiftungen ein starker Kulturfokus hinzu. 4) Durch das gemeinnützige Engagement von Privatstiftungen werden jährlich Projekte und Initiativen in der Höhe zwischen 10 und 40 Millionen Euro gefördert. Umgerechnet pro Kopf (der österreichischen Wohnbevölkerung) sind das zwischen 1 und 5 Euro pro Jahr. 5) Im europäischen Vergleich nimmt Österreich damit eine Sonderstellung ein. In Deutschland ist das Verhältnis umgekehrt proportional. Von den mehr als 17.000 Stiftungen sind etwa 95% gemeinnützig. Dies ist vor allem auf ein sehr stifterfreundliches Umfeld (u.a. steuerliche Bedingungen) zurückzuführen. Dort werden pro Jahr mindestens zwischen 15 und 20 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet. Pro Einwohner kommt man so auf Werte zwischen 180 und 230 Euro. Ähnlich verhält es sich in vielen anderen europäischen Ländern. 6) Restriktiv empfundene steuerliche Regelungen, die bisher vernachlässigte mediale Thematisierung, eine geringe Anzahl an Vorzeigebeispielen, mangelnde Transparenz im Stiftungssektor sowie ein Selbstverständnis, dass soziale Agenden vom Staat wahrgenommen werden, sind zentrale Hemmfaktoren. 7) Die zukünftige Bedeutung der Gemeinnützigkeit in Stiftungen wird maßgeblich von steuerund zivilrechtlichen Rahmenbedingungen, zum Zug kommenden Automatismen in Privatstiftungen sowie dem Umgang von Politik, Medien, StifterInnen und deren BeraterInnen mit diesem Thema, beeinflusst werden. Kritisch für die Gemeinnützigkeit ist in diesem Kontext die Tatsache, dass der Stiftungszweck und somit auch die Verankerung der Gemeinnützigkeit nur zu Lebzeiten der StifterInnen adaptiert werden kann. (Autor/inn/enref.)

Item Type: Paper
Keywords: Österreich / Stiftung / Gemeinnützigkeit
Classification Codes: RVK QR 400, QP 441
Divisions: Departments > Management > Nonprofit Management
Depositing User: ePub Administrator
Date Deposited: 18 Dec 2013 12:03
Last Modified: 28 Jun 2015 20:17
FIDES Link: https://bach.wu.ac.at/d/research/results/52261/
URI: http://epub.wu.ac.at/id/eprint/4059

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